Was ist ein Doppelbesteuerungsabkommen?
Ein Doppelbesteuerungsabkommen verhindert, dass dasselbe Einkommen in zwei Ländern besteuert wird. Erfahren Sie, wie Abkommen funktionieren und wie Unternehmen davon profitieren.
Key Takeaways
- Ein Doppelbesteuerungsabkommen ist eine Vereinbarung zwischen zwei Ländern, um zu verhindern, dass dasselbe Einkommen zweimal besteuert wird.
- Abkommen senken typischerweise die Quellensteuersätze auf Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren zwischen den beiden Ländern.
- Unternehmen müssen Abkommensvorteile aktiv beantragen; sie werden nicht automatisch angewendet.
Warum es zur Doppelbesteuerung kommt
Erzielt ein britisches Unternehmen Einkommen in Kenia, können beide Länder das Recht beanspruchen, es zu besteuern. Großbritannien besteuert seine Ansässigen auf das weltweite Einkommen, und Kenia besteuert Einkommen, das innerhalb seiner Grenzen erzielt wird. Ohne Abkommen zahlt das Unternehmen in beiden Ländern Steuern auf dasselbe Einkommen. Doppelbesteuerungsabkommen verteilen die Besteuerungsrechte zwischen den Ländern und bieten Mechanismen, um diese Überschneidung zu beseitigen oder zu verringern.
Wie Abkommen funktionieren
Abkommen weisen Besteuerungsrechte entweder dem Ansässigkeitsstaat, dem Quellenstaat oder beiden mit Begrenzungen zu. Sie senken typischerweise Quellensteuern auf grenzüberschreitende Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren. Ohne Abkommen könnte Kenia beispielsweise 15 Prozent Quellensteuer auf Lizenzgebühren an ein britisches Unternehmen einbehalten. Ein Abkommen könnte dies auf 10 Prozent senken. Großbritannien rechnet dann die kenianische Steuer auf die in Großbritannien fällige Steuer an.
Beantragung von Abkommensvorteilen
Abkommensvorteile werden nicht automatisch gewährt. Das empfangende Unternehmen muss in der Regel eine Ansässigkeitsbescheinigung vorlegen und den ermäßigten Satz beim Zahler oder der eigenen lokalen Steuerbehörde beantragen. Wird dieser Schritt versäumt, wird der volle inländische Quellensteuersatz gezahlt und muss anschließend erstattet werden, was Monate oder Jahre dauern kann. Proaktive Anträge sparen Liquidität und Verwaltungsaufwand.
Afrikas Abkommensnetzwerk
Afrikanische Länder haben ihre Abkommensnetzwerke ausgeweitet, um ausländische Investitionen anzuziehen. Südafrika hat mit über 70 Abkommen das umfangreichste Netzwerk auf dem Kontinent. Auch Nigeria, Kenia und Ägypten verfügen über wachsende Netzwerke. Manche Abkommen sind jedoch veraltet und spiegeln möglicherweise die aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht mehr wider. Unternehmen sollten Abkommensbestimmungen prüfen, bevor sie grenzüberschreitende Geschäfte strukturieren.