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Was ist eine Betriebsstätte?

Eine Betriebsstätte bestimmt, wann ein ausländisches Unternehmen in einem anderen Land steuerpflichtig wird. Erfahren Sie mehr über die Regeln und Auslöser.

Key Takeaways

  • Eine Betriebsstätte ist eine feste Geschäftseinrichtung, über die ein ausländisches Unternehmen seine Tätigkeit in einem anderen Land ausübt.
  • Die Begründung einer Betriebsstätte in einem Land löst dort Körperschaftsteuerpflichten auf die dieser Betriebsstätte zurechenbaren Gewinne aus.
  • Das Verständnis der Betriebsstättenregeln ist für jedes grenzüberschreitend tätige Unternehmen entscheidend, um unbeabsichtigte Steuerpflichten zu vermeiden.

Was eine Betriebsstätte begründet

Nach dem OECD-Musterabkommen entsteht eine Betriebsstätte, wenn ein Unternehmen eine feste Geschäftseinrichtung in einem anderen Land hat, wie ein Büro, eine Zweigniederlassung, eine Fabrik oder eine Werkstatt. Eine Betriebsstätte kann auch durch einen abhängigen Vertreter entstehen, der gewohnheitsmäßig Verträge im Namen des ausländischen Unternehmens abschließt. Ein britisches Unternehmen mit einem Vertriebsbüro in Lagos hat eine Betriebsstätte in Nigeria und muss nigerianische Steuer auf die diesem Büro zurechenbaren Gewinne zahlen.

Tätigkeiten, die typischerweise keine Betriebsstätte begründen

Bestimmte vorbereitende oder unterstützende Tätigkeiten sind generell ausgeschlossen: das Unterhalten eines Lagers ausschließlich zur Lagerung, der Einkauf von Waren für das Unternehmen oder das Sammeln von Informationen. Diese Ausnahmen werden jedoch enger gefasst. Das BEPS-Projekt der OECD hat die Regeln verschärft, um zu verhindern, dass Unternehmen Tätigkeiten auf mehrere Standorte aufsplitten, um den Betriebsstättenstatus zu vermeiden, insbesondere bei digitalen Geschäftsmodellen.

Digitale Betriebsstätte und sich wandelnde Regeln

Der Aufstieg digitaler Unternehmen, die Kunden aus der Ferne ohne jede physische Präsenz bedienen, hat traditionelle Betriebsstättenkonzepte infrage gestellt. Mehrere afrikanische Länder, darunter Nigeria und Kenia, haben Regeln eingeführt, die Steuerpflichten auf Grundlage einer erheblichen digitalen Präsenz begründen, statt eine physische Niederlassung vorauszusetzen. Das bedeutet, dass ein SaaS-Unternehmen, das an nigerianische Kunden verkauft, Steuerpflichten auslösen kann, ohne Personal oder ein Büro in Nigeria zu haben.

Umgang mit dem Betriebsstättenrisiko

International tätige Unternehmen sollten ihre Tätigkeiten in jedem Land mit den Betriebsstättendefinitionen in relevanten Abkommen und dem innerstaatlichen Recht abgleichen. Häufige Risikobereiche sind Mitarbeiter, die remote in ausländischen Ländern arbeiten, Vertreter, die im Namen des Unternehmens verhandeln, sowie Projektstandorte, die Laufzeitschwellen überschreiten. Eine ungeplante Betriebsstättenbegründung kann zu Steuernachzahlungen, Bußgeldern und Compliance-Pflichten führen, auf die das Unternehmen nicht vorbereitet war.

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