Was ist IR35?
IR35 bestimmt, ob ein Auftragnehmer, der über die eigene Gesellschaft arbeitet, tatsächlich selbstständig ist oder faktisch ein Arbeitnehmer. Erhebliche steuerliche Auswirkungen für beide Seiten.
Key Takeaways
- IR35 bestimmt, ob ein Auftragnehmer über eine Personal Service Company tatsächlich selbstständig ist
- Mittlere und große Unternehmen sind seit 2021 für die Feststellung des IR35-Status von Auftragnehmern verantwortlich
- Fällt der Auftrag unter IR35, wird der Auftragnehmer wie ein Arbeitnehmer besteuert, jedoch ohne Arbeitnehmerrechte
- Die drei zentralen Tests sind: Vertretung, Kontrolle und wechselseitige Verpflichtung
Was IR35 ist
IR35 (die Off-Payroll-Working-Regeln) bestimmt, ob ein Auftragnehmer, der über die eigene Kapitalgesellschaft (Personal Service Company, PSC) arbeitet, tatsächlich selbstständig ist oder faktisch Arbeitnehmer des Endkunden. Fällt der Auftrag unter IR35, muss der Auftragnehmer Einkommensteuer und National Insurance wie ein Arbeitnehmer zahlen und verliert die steuerlichen Vorteile einer Kapitalgesellschaft. Fällt der Auftrag außerhalb von IR35, behält der Auftragnehmer den niedrigeren effektiven Steuersatz eines Geschäftsführers einer Kapitalgesellschaft.
Wer den IR35-Status bestimmt
Kleine Unternehmen im Privatsektor (weniger als 50 Mitarbeiter, Umsatz unter 10,2 Millionen £) — die PSC des Auftragnehmers trifft die Feststellung selbst. Mittlere und große Unternehmen im Privatsektor sowie alle öffentlichen Einrichtungen — der Endkunde (das beauftragende Unternehmen) ist für die Feststellung verantwortlich und muss eine Status Determination Statement (SDS) ausstellen. Diese Reform von April 2021 hat den Compliance-Aufwand für mittlere und große Unternehmen, die Auftragnehmer beschäftigen, deutlich erhöht.
Die drei zentralen Tests
Der Status wird anhand der Gesamtbeziehung beurteilt. Kontrolle: Kontrolliert der Kunde, wann, wo und wie die Arbeit ausgeführt wird? Hohe Kontrolle spricht für IR35. Vertretung: Kann der Auftragnehmer ohne Zustimmung des Kunden einen Ersatz schicken? Ist dies der Fall, spricht das stark gegen IR35. Wechselseitige Verpflichtung: Ist der Kunde verpflichtet, Arbeit anzubieten, und der Auftragnehmer verpflichtet, sie anzunehmen? Eine fortlaufende Verpflichtung spricht für IR35. Kein einzelner Faktor ist allein entscheidend — alle werden gemeinsam abgewogen.
Compliance für Unternehmen, die Auftragnehmer beschäftigen
Mittlere und große Unternehmen, die Auftragnehmer beschäftigen, müssen: mit angemessener Sorgfalt IR35-Statusfeststellungen treffen (mithilfe des CEST-Tools von HMRC oder eines spezialisierten Beraters für Beschäftigungssteuer), eine Status Determination Statement an den Auftragnehmer und die zahlende Stelle ausstellen und sicherstellen, dass PAYE korrekt angewendet wird für jeden Auftragnehmer, der als innerhalb von IR35 eingestuft wird. Wird keine angemessene Sorgfalt angewendet, kann HMRC die Haftung für nicht gezahlte PAYE und NIC auf den Endkunden verlagern.
Praktisches Risikomanagement
Zur Reduzierung des IR35-Risikos: Verträge so gestalten, dass sie echte Selbstständigkeit widerspiegeln — keine Festlegung von Arbeitszeiten, Arbeitsort und alltäglichen Arbeitsmethoden. Sicherstellen, dass Vertretungsklauseln tatsächlich gelebt werden. Verträge für definierte Projekte mit klaren Leistungen verwenden. Den eigenen Statusfeststellungsprozess dokumentieren. Im Zweifel spezialisierten Rat zur Beschäftigungssteuer einholen, bevor ein Auftragnehmer langfristig beauftragt wird, nicht erst, nachdem HMRC eine Untersuchung eingeleitet hat.