Was ist Transfer Pricing?
Transfer Pricing regelt, wie verbundene Unternehmen Transaktionen untereinander bepreisen. Erfahren Sie mehr über die Regeln, Risiken und Compliance-Anforderungen.
Key Takeaways
- Transfer Pricing bezeichnet den Preis für Waren, Dienstleistungen oder geistiges Eigentum, die zwischen verbundenen Einheiten innerhalb eines multinationalen Konzerns übertragen werden.
- Es muss dem Fremdvergleichsgrundsatz folgen, das heißt, die Preise sollten mit dem vergleichbar sein, was unabhängige Parteien berechnen würden.
- Fehlerhaftes Transfer Pricing kann Steuerkorrekturen, Bußgelder und Doppelbesteuerung über Ländergrenzen hinweg auslösen.
Was Transfer Pricing umfasst
Verkauft eine Muttergesellschaft in Großbritannien Komponenten an ihre Tochtergesellschaft in Nigeria, ist der berechnete Preis der Transferpreis. Transfer-Pricing-Regeln gelten für alle konzerninternen Transaktionen: Waren, Dienstleistungen, Darlehen, Lizenzgebühren und Management-Gebühren. Steuerbehörden prüfen diese Preise genau, da Unternehmen durch die Manipulation konzerninterner Gebühren Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagern könnten.
Der Fremdvergleichsgrundsatz
Der Fremdvergleichsgrundsatz verlangt, dass konzerninterne Preise dem entsprechen, was unabhängige Parteien unter vergleichbaren Umständen vereinbaren würden. Zahlt Ihre Tochtergesellschaft Ihrer Muttergesellschaft 100 USD pro Einheit für eine Komponente, die unabhängige Käufer für 60 USD erwerben, kann die Steuerbehörde im Land der Tochtergesellschaft den Preis für Steuerzwecke auf 60 USD korrigieren und so das steuerpflichtige Einkommen vor Ort erhöhen.
Transfer-Pricing-Methoden
Die OECD erkennt fünf Hauptmethoden an: Comparable Uncontrolled Price, Resale Price, Cost Plus, Transactional Net Margin und Profit Split. Die Wahl hängt von der Art der Transaktion und der Verfügbarkeit von Vergleichsdaten ab. Afrikanische Steuerbehörden, darunter in Nigeria, Kenia und Südafrika, verlangen zunehmend formale Transfer-Pricing-Dokumentation nach diesen Methoden.
Compliance und Bußgelder
Die meisten Rechtsordnungen verlangen von Unternehmen oberhalb bestimmter Schwellenwerte, Transfer-Pricing-Dokumentation zu führen, einschließlich Master File, Local File und teilweise Country-by-Country Reports. Nichteinhaltung kann zu Bußgeldern führen, die von festen Geldstrafen bis zu einem Prozentsatz der nicht gezahlten Steuer reichen. Proaktive Compliance ist deutlich günstiger als nachträgliche Anpassungen und Streitbeilegung.